Auftakt in Paris
Die internationale Lage in der Straße von Hormus spitzt sich zu. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist an diesem Freitag nach Paris, um mit europäischen Partnern über eine mögliche Militärmission zu beraten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat zu dem Treffen geladen. Neben Merz werden auch Premierminister Keir Starmer aus Großbritannien und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni erwartet. Weitere Staats- und Regierungschefs sollen per Schalte eingebunden werden.
Heikle Missionen
Ziel der Gespräche ist eine gemeinsame politische Linie für die geplante Operation. Diese gilt als vielerlei Hinsicht heikel. Laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ strebt Frankreich eine Mission an, die die kriegsführenden Parteien am Golf, einschließlich der USA, ausschließt. Es gehe darum, den strategisch wichtigen Schiffsverkehr abzusichern. Dies gilt insbesondere für Öltanker.
Nato-Gespräche im Hintergrund
Wie die „Welt“ berichtet, hatten die Europäer bereits vor Wochen innerhalb der NATO über eine solche Militäroperation diskutiert. Demnach sollen acht bis zehn Nationen, darunter Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Spanien, Italien und Deutschland, ihre prinzipielle Bereitschaft signalisiert haben. Diskutiert wurden dabei die Notwendigkeit von Seefernaufklärern und Anti-Minen-Schiffen.
Ein konkreter Einsatz der Bundeswehr war bislang nicht Teil der Gespräche. Als Grundvoraussetzung für eine Militäroperation gilt demnach ein Waffenstillstand. Zumindest dürfe der Iran selbst den Schiffsverkehr nicht blockieren, heißt es aus NATO-Kreisen. Kurz nach diesen Beratungen eskalierte die Lage, und die USA kündigten eine Seeblockade an. Die Pläne wurden daher nicht weiter konkretisiert, die Thematik blieb jedoch stets präsent.




