Mehr Fläche, mehr Konzentration
Landwirtschaftliche Betriebe, die als juristische Personen oder Personenhandelsgesellschaften geführt werden, sind zunehmend Teil von Unternehmensgruppen. Im Jahr 2024 waren es rund 5.150 Betriebe. Das entspricht 46 Prozent aller Betriebe dieser Rechtsformen und zwei Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland. Seit 2020 stieg die Zahl um 38 Prozent, also 1.410 Betriebe.
Diese in 3.160 Unternehmensgruppen organisierten Betriebe bewirtschaften zusammen 2,22 Millionen Hektar. Das sind 13 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. 2020 lag dieser Anteil noch bei elf Prozent. Auch bei den Tierbeständen sind sie relevant: So halten sie acht Prozent des Rinderbestands und 14 Prozent des Schweinebestands in Deutschland.
Regionale Unterschiede bleiben bestehen
Im Westen Deutschlands gehörten 2024 nur 36 Prozent der entsprechenden Landwirtschaftsbetriebe einer Unternehmensgruppe an, im Osten waren es bereits 59 Prozent. Auch flächenmäßig zeigen sich Unterschiede: Ein Prozent der von Konzernen bewirtschafteten Fläche liegt im Westen, zwölf Prozent im Osten.
Brandenburg (516.700 Hektar), Mecklenburg-Vorpommern (493.800 Hektar) und Sachsen-Anhalt (330.100 Hektar) weisen die größten Flächen auf, die von Unternehmen bewirtschaftet werden. Diese ostdeutschen Bundesländer verzeichneten auch die größten Flächenzuwächse seit 2020. Mit 2,05 Millionen Hektar befinden sich 92 Prozent der durch Unternehmensgruppen bewirtschafteten Flächen im Osten.
Dynamik im Westen
Im Westen zeichnet sich eine bemerkenswerte Dynamik ab. Vor allem Nordrhein-Westfalen hat seine von Unternehmensgruppen bewirtschaftete Fläche seit 2020 fast verdoppelt (von 12.900 auf 25.100 Hektar). Ähnliche Zuwächse verzeichnen Schleswig-Holstein (+84 Prozent) und Rheinland-Pfalz (+82 Prozent). Der geringe Gesamtanteil im Westen liegt darin begründet, dass dort familiengeführte Einzelunternehmen dominieren.
Wer steckt dahinter?
Die meisten Unternehmensgruppen mit landwirtschaftlichen Betrieben, nämlich 73 Prozent, werden von nicht-landwirtschaftlichen Gruppenoberhäuptern mit Sitz in Deutschland kontrolliert. Diesen gehören 3.510 Betriebe an. Landwirtschaftlich geprägte Unternehmen führen 680 Gruppen mit 1.380 Betrieben. 160 Gruppen mit 260 Betrieben werden aus dem Ausland gesteuert.
Die landwirtschaftlich geprägten Unternehmen bewirtschaften mit 1,14 Millionen Hektar etwas mehr als die Hälfte der von Unternehmensgruppen genutzten Flächen. Bei der Schweinehaltung allerdings sind die nicht-landwirtschaftlichen Gruppen stärker vertreten. Sie halten rund 1,7 Millionen Schweine, was 56 Prozent des Bestands innerhalb der Unternehmensgruppen ausmacht.




