KI-Modell „Mythos“ unter Beobachtung
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat jüngst eine deutliche Warnung an die heimischen Banken herausgegeben. Anlass sind neue, leistungsstarke KI-Modelle wie „Mythos“ des US-Konkurrenten Anthropic. Laut einem Sprecher gegenüber dem „Handelsblatt“ muss sich die Finanzbranche darauf einstellen, dass diese Systeme in absehbarer Zeit Schwachstellen aufweisen könnten, die dann umgehend behoben werden müssen.
Anthropic hatte sein neues Spitzenmodell erst vergangene Woche angekündigt. „Mythos“ ist darauf spezialisiert, Sicherheitslücken in IT-Systemen eigenständig und in großem Umfang zu identifizieren. Eine Fähigkeit, die sowohl Hoffnungen als auch erhebliche Bedenken weckt.
US-Finanzelite im Krisenmodus
In den Vereinigten Staaten wurden die potenziellen Gefahren offenbar ernster genommen. Man berichtet von kurzfristig einberufenen Treffen zwischen US-Finanzminister Scott Bessent, Notenbankchef Jerome Powell und führenden Wall-Street-Vertretern. Ziel solcher Runden: die Institute für die Risiken neuer KI-Systeme zu sensibilisieren und die Notwendigkeit robuster Schutzmaßnahmen zu betonen.
Europa hält den Ball flacher
Ein vergleichbares Ad-hoc-Spitzentreffen zwischen deutschen Banken und der BaFin hat es nach Informationen aus Finanzkreisen bisher nicht gegeben. Dennoch sind neue Bedrohungen für die Cybersicherheit kein Fremdwort für europäische Behörden und Banken. Diese werden routinemäßig im Austausch thematisiert.
Während einige US-Großbanken wie Goldman Sachs „Mythos“ angeblich bereits im Einsatz haben, besteht für deutsche Institute offenbar noch kein Zugriff auf das Modell. Sowohl die Commerzbank als auch die DZ Bank gaben auf Nachfrage des „Handelsblatts“ an, das System bislang nicht zu nutzen. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme zu „einzelnen Anbietern oder spezifischen KI-Modellen“ ab.




