Sorge vor Armut im Alter wächst

Pflege-Eigenanteil steigt: Mindestkosten bald auf Rentenniveau

Eine ältere Dame wird von einer Pflegekraft unterstützt. (Archivbild) - Foto: dts Nachrichtenagentur

Der niedrigste Eigenanteil für Pflegeheimbewohner hat 2024 fast die durchschnittliche Rente erreicht. Neue Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zeigen einen deutlichen Anstieg. Die Linke kritisiert die Regierung scharf und fordert eine umfassende Pflegereform.

Branchenzahlen erschrecken

Wer ins Pflegeheim muss, zahlen muss fast so viel, wie manche Rentner am Monatsende tatsächlich auf dem Konto haben. Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE), also die minimale Summe, die pflegebedürftige Bewohner selbst tragen müssen, lag im Jahr 2024 bei 920 Euro.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag, das ist das, was von der Rente übrig bleibt, betrug im selben Jahr 1.154 Euro. Das ergab sich aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion, über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) berichtet.

Steigende Kosten

Die Zahlen steigen weiter: Für 2025 werden 1.028 Euro im Monat als EEE prognostiziert, 2026 sollen es sogar 1.104 Euro sein. Das ist noch weit entfernt von den tatsächlichen Kosten: Allein der Eigenanteil lag zuletzt schon bei durchschnittlich 3.245 Euro monatlich.

Das Ministerium betont zwar, dass eine niedrige gesetzliche Rente nicht zwingend ein niedriges Gesamteinkommen bedeuten muss, da andere Einkünfte oder der Haushaltskontext fehlen. Gerade bei geringen Renten gebe es oft Ansprüche in anderen Systemen.

Kritik von den Linken

Für Evelyn Schötz, Sprecherin der Linken für Pflege, ist das ein klares Alarmsignal: „Pflegebedürftigkeit frisst die Rente auf und räumt in kürzester Zeit jedes Sparbuch leer. Menschen werden unverschuldet in die Armut gedrängt.“

Die Regierung werfe derweil „Taschenspielertricks“ und rechne die Zahlen schön, so Schötz weiter. „Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Die Eigenanteile müssen runter, indem die Kosten für die Pflege in einer Pflegevollversicherung komplett übernommen werden.“ Sie fordert eine Beitragsreform, bei der auch Gutverdienende und Beamte einzahlen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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