Karsamstag: Die letzte Hoffnung schwindet
Für viele gehört das Osterei zum Fest wie das Amen in der Kirche. Doch in diesem Jahr könnte daraus eine böse Überraschung werden. Die Marktinfo Eier & Geflügel (MEG) schlägt Alarm: „Vorstellbar ist, dass am Nachmittag des Karsamstags gar keine Eier mehr gebe“, sagte Analystin Margit Beck dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Schon seit geraumer Zeit kämpfen Supermärkte mit Lücken im Eier-Sortiment. Wer jetzt noch auf den letzten Drücker Eier für das Osterfrühstück ergattern will, muss sich beeilen.
Preise bleiben stabil – trotz Knappheit
Eines scheint gewiss: Die angebotenen Eier werden voraussichtlich nicht teurer. „Der Lebensmittel-Einzelhandel bedient sich zu festen Jahreskontraktpreisen mit Ware. Deswegen hat er auch keine Veranlassung, jetzt kurz vor Ostern an der Preisschraube zu drehen“, erklärt Beck. Für Verbraucher bedeutet das, dass zumindest die Kosten nicht sprunghaft ansteigen – sofern denn überhaupt noch Ware verfügbar ist.
Vogelgrippe und neue Krankheiten belasten die Produktion
Die angespannte Situation auf dem deutschen Eiermarkt ist kein neues Phänomen. Seit längerem kämpfen Produzenten mit Herausforderungen. Hauptursachen für die aktuell schwache Ausbeute sind Seuchen. Die Vogelgrippe wütet weiterhin, hinzu kommt nun die nach 30 Jahren erstmals wieder aufgetretene Newcastle-Krankheit. Diese Krankheitswellen dezimieren die Bestände und beeinträchtigen die Produktion.
Nachfrage weiter ungebremst
Gleichzeitig setzt sich der Trend zur steigenden Eiernachfrage fort. Im vergangenen Jahr erreichte der pro Kopf Verbrauch mit 252 gegessenen Eiern einen neuen Höchststand. Der Wunsch nach dem vielseitigen Lebensmittel bleibt also hoch, während die Produktion unter Druck gerät. Ein Dilemma, das gerade jetzt, zur Zeit des höchsten Verbrauchs, besonders spürbar wird.



