75 Plätze bei 290 Bewerbungen
Das Regierungspräsidium Stuttgart hat das Auswahlverfahren für die Landarztquote 2026 abgeschlossen. Auf 75 reservierte Studienplätze kamen 290 Bewerbungen. Damit erhielt rechnerisch etwa jede vierte Bewerberin beziehungsweise jeder vierte Bewerber einen Platz.
58 der 75 ausgewählten Personen sind Frauen. Nach Angaben der Behörde gingen 91 Prozent der Plätze an Menschen aus Baden-Württemberg. Seit dem Start des Programms im Jahr 2021 wurden damit insgesamt 450 Medizinstudienplätze über die Quote vergeben.
Der Studienplatz ist an eine lange Verpflichtung gebunden
Die Quote ermöglicht den Zugang zum Medizinstudium außerhalb des regulären Auswahlwegs, ist aber kein unverbindlicher Bonus. Die Ausgewählten verpflichten sich zunächst zu einer Weiterbildung, die zur hausärztlichen Versorgung berechtigt. Danach müssen sie mindestens zehn Jahre in einem Gebiet arbeiten, das unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist.
Abgesichert wird diese Verpflichtung durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag. Bei einem Vertragsbruch kann nach Angaben des Regierungspräsidiums eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro fällig werden. Wo die Ärztinnen und Ärzte später eingesetzt werden, hängt von der dann geltenden Bedarfsplanung ab – nicht allein von ihrem heutigen Wohnort.
Warum die 75 Zusagen noch keine 75 neuen Landärzte sind
Die aktuelle Vergabe stärkt zunächst den Nachwuchspfad. Sie verändert die Versorgung in ländlichen Regionen nicht kurzfristig, denn vor der Tätigkeit stehen das Medizinstudium und die anschließende fachärztliche Weiterbildung. Die Wirkung lässt sich deshalb erst über mehrere Jahre beurteilen.
Auch die Zahl der vergebenen Plätze sagt für sich genommen noch nicht, in welchen Regionen später tatsächlich Praxen übernommen oder neue Versorgungsangebote aufgebaut werden. Die Quote ist ein Baustein neben anderen Maßnahmen – etwa der Förderung von Niederlassungen, regionalen Versorgungsmodellen und telemedizinischen Angeboten in Baden-Württemberg.
Was beim nächsten Durchgang wichtig wird
Für 2027 kündigt das Land erneut 75 Plätze an. Die Online-Bewerbung soll am 1. März 2027 starten. Entscheidend ist neben der formalen Eignung die Bereitschaft, sich dauerhaft auf die hausärztliche oder kinder- und jugendärztliche Versorgung in einem Bedarfsgebiet festzulegen.
Ob das Programm sein Ziel erreicht, zeigt sich daher nicht an der Zahl der Bewerbungen allein. Messbar wird der Erfolg erst, wenn Absolventinnen und Absolventen ihre Weiterbildung abschließen und anschließend tatsächlich in den ausgewiesenen Regionen arbeiten.



