Mit dem notariell beurkundeten Kauf eines rund 8.300 Quadratmeter großen städtischen Grundstücks hat SUSS MicroTec einen entscheidenden Schritt für seinen geplanten Standort im Technologiepark Karlsruhe vollzogen. Der Vertrag wurde nach Angaben der Stadt am 8. Oktober 2026 unterzeichnet.
Was der Grundstückskauf konkret verändert
Auf dem Areal will der Anlagenbauer ein Entwicklungs- und Anwendungszentrum für die Halbleiterindustrie errichten. Vorgesehen sind rund 10.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Davon sollen etwa 2.500 Quadratmeter als Reinraum ausgelegt werden, also als besonders kontrollierte Produktions- und Laborumgebung mit sehr geringer Partikelbelastung.
Die Investition beziffert SUSS MicroTec auf rund 45 Millionen Euro. Der Grundstückskauf ist bereits erfolgt; das Gebäude selbst ist dagegen noch Planung. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Umsetzung vom weiteren Projektverlauf und abschließenden Entscheidungen abhängt. Einen verbindlichen Termin für Baubeginn oder Inbetriebnahme nennen die veröffentlichten Unterlagen nicht.
Bis zu 100 zusätzliche Jobs – aber noch kein fertiger Standort
Langfristig sollen in dem Zentrum 300 bis 350 Menschen arbeiten. Nach Unternehmensangaben könnten darunter bis zu 100 zusätzliche, hochqualifizierte Stellen sein. Diese Größenordnung beschreibt die Zielplanung und ist nicht mit bereits geschaffenen Arbeitsplätzen gleichzusetzen.
Für Karlsruhe stärkt das Vorhaben dennoch schon jetzt die Perspektive als Halbleiterstandort. SUSS MicroTec entwickelt Anlagen und Prozesslösungen für die Halbleiterfertigung. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 1.500 Menschen und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 500 Millionen Euro.
Warum Advanced Packaging für Karlsruhe wichtig ist
Im geplanten Zentrum soll es vor allem um sogenanntes Advanced Packaging gehen. Dabei werden einzelne Chips oder Halbleiterbauteile so verbunden und integriert, dass leistungsfähige Gesamtsysteme entstehen. Diese Technik gewinnt unter anderem für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz und hohem Rechenbedarf an Bedeutung.
Das Zentrum soll Entwicklung, Anwendung und Zusammenarbeit mit Kunden enger verbinden. Zusätzlich ist eine Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie vorgesehen. Das Land Baden-Württemberg stellt nach eigenen Angaben bis zu fünf Millionen Euro für eine Professur bereit, die Forschung und Transfer auf diesem Gebiet unterstützen soll.
Welche Entscheidungen noch offen sind
Belastbar fest stehen derzeit der Grundstückskauf, die Größe des Areals und die veröffentlichten Planungswerte. Investitionssumme, Flächen und Beschäftigtenzahl sind Zielgrößen des Projekts. Noch offen sind insbesondere der endgültige Bauablauf, konkrete Meilensteine und der Zeitpunkt der Inbetriebnahme.
Damit ist die Ansiedlung weiter als eine bloße Standortabsicht, aber noch kein abgeschlossenes Bauprojekt. Der nächste überprüfbare Schritt wird sein, wann SUSS MicroTec die weiteren Planungs- und Investitionsentscheidungen bestätigt.




