Blume fordert europäische Stärke

VW-Chef macht USA-Investitionen von Zoll-Lockerung abhängig

VW-Chef macht USA-Investitionen von Zoll-Lockerung abhängig
Foto: Volkswagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume hat konkrete US-Investitionen des Autobauers an eine Entlastung bei den Zöllen geknüpft. Ohne Zollsenkungen seien zusätzliche Investments nicht finanzierbar, sagte Blume dem Handelsblatt. Dies betreffe auch eine geplante Audi-Fabrik in den USA. Er appellierte zudem an Europa, eine selbstbewusste Linie zu fahren.

Konzernchef kritisiert US-Zölle scharf

VW-Konzernchef Oliver Blume hat nach den Handelsdrohungen von US-Präsident Donald Trump eine stärkere und selbstbewusstere Haltung Europas angemahnt. Die EU habe auf die Zollinitiativen zuletzt „richtig“ reagiert, erklärte Blume gegenüber der Wirtschaftspublizistik „Handelsblatt“.

„Europa hat viele Stärken und kann mit Selbstvertrauen agieren. Deshalb sind klare Positionen wichtig.“

Neue US-Investitionen vorerst auf Eis

Neue, größere Investitionen in den USA sind für Volkswagen laut Blume nur unter einer Bedingung denkbar: „Bei einer unveränderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar.“ Dies gelte auch für die Überlegungen zu einem möglichen Audi-Werk in den Staaten. Diese Pläne werden im Konzern seit Monaten heiß diskutiert.

Besonders die Marken Audi und Porsche leiden unter dem US-Zollregime. Allein für Audi sollen die Zölle im vergangenen Jahr Kosten in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verursacht haben. Auch bei Porsche läuft das Geschäft in den USA schleppend: „Wir haben dort kaum Geld verdient“, berichtete Blume. Der 57-Jährige hatte bis Ende 2022 selbst die Sportwagenmarke gesteuert und leitet nun seit Jahresbeginn den gesamten VW-Konzern.