Sharmahd: "Kriegsrecht" und ausländische Milizen

Tochter von hingerichtetem Deutschen spricht von „Politizid“ im Iran

Tochter von hingerichtetem Deutschen spricht von „Politizid“ im Iran
Foto: Symboldbild: Protest gegen das iranische Regime in Berlin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Gazelle Sharmahd, Tochter des im Iran hingerichteten Jamshid Sharmahd, hat dem iranischen Regime vorgeworfen, einen "Politizid" an der eigenen Bevölkerung zu begehen. Videos deuten laut Sharmahd auf eine Eskalation hin, bei der ausländische Milizen die Straßen kontrollieren und gegen Zivilisten vorgehen.

Schwere Vorwürfe gegen Teheran

Die Aktivistin Gazelle Sharmahd, Tochter des im Iran hingerichteten Deutschen Jamshid Sharmahd, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Mullah-Regime. Sie spricht von „Genozid – genauer: Politizid“ – also einer politischen Säuberung – an der eigenen Bevölkerung.!

Berichte über „Kriegsrecht“

Zahlreiche Videos, die trotz der extremen Internetabschaltung im Iran durchsickern, würden dies belegen, so Sharmahd gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Mehrere Videos, die uns erreichen, zeigen eindeutig Kriegsrecht“, sagte sie.!

Ausländische Milizen im Einsatz?

Sharmahd berichtet weiter, dass Milizen aus dem Libanon (Hisbollah) und dem Irak (Hashd al-Shaabi) eingeflogen worden seien. Diese würden angeblich die Straßen patrouillieren und dabei Slogans rufen wie „Wir dienen dir, Khamenei“. Sie bezieht sich dabei auf ein Video, dessen Authentizität nicht vollständig überprüfbar ist. Es zeige eine „arabisch-islamistische Fremdbesatzung mit dschihadistischen Milizen“, die auf die eigene Bevölkerung schieße, nicht die iranische Regierung.!

Appell an Deutschland

Die Aktivistin, die derzeit in Los Angeles lebt, bezeichnet die Vorfälle als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dennoch mobilisiere sich weiter Widerstand im Land, Beerdigungen verwandelten sich in „revolutionäre Versammlungen“. Als einziges Mittel, um das Blutvergießen zu stoppen, sieht sie einen gezielten militärischen Schlag gegen die Revolutionsgarden. Nach ihrer Information gebe es bereits Bemühungen, Ministerien und staatliche Institutionen zu übernehmen, sobald Unterstützung eintrifft.!

Sharmahd fordert von Deutschland, als größtem Handelspartner und mit historischer Verantwortung, die Einleitung eines Tribunals nach Nürnberger Vorbild. Der Fall ihres Vaters bei der Bundesanwaltschaft könne als Präzedenzfall dienen, um Haftbefehle gegen Regime-Funktionäre in Europa zu erwirken. Einfache Sanktionen oder diplomatische Mittel seien angesichts eines möglichen Genozids „völlig unzureichend“.!