Energieabhängigkeit droht

Streit ums Heizungsgesetz: Grüne warnen vor „Kostenfalle“

Streit ums Heizungsgesetz: Grüne warnen vor „Kostenfalle“
Foto: Neue Gasheizung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Grünen schlagen Alarm wegen möglicher Änderungen am Heizungsgesetz. Sie befürchten, dass eine Abschaffung der 65-Prozent-Regel die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verschärft und Hausbesitzer in finanzielle Nöte bringt, sollten die Gaspreise weiter steigen. "Die Heizungsbauer sind längst weiter", so ein Fraktionssprecher.

Grüne fürchten neues Öl im Feuer

Die Grünen sehen das geplante Heizungsgesetz in Gefahr. Michael Kellner, Sprecher für Energiepolitik, warnt die Bundesregierung eindringlich vor zu großen Einschnitten. Wenn die entscheidende 65-Prozent-Regel gestrichen werde, drohe eine Rückkehr zur Gas-Abhängigkeit.

„Wir lassen Hausbesitzer sehenden Auges in eine Kostenfalle laufen“, so Kellner gegenüber der „Rheinischen Post“. Steigende Gasnetzentgelte könnten dann fatale Folgen haben.

Wirtschaft stimmt zuversichtlich

Derweil drängt die Branche auf schnelle Klarheit. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe, betont, dass Industrie und Handwerk längst auf erneuerbare Energien setzen.

„Die Wärmepumpe war 2025 das meistverkaufte Heizsystem“, erklärt Sabel. Das Gebäudemodernisierungsgesetz biete „erhebliches Potenzial für wirtschaftliches Wachstum aus heimischer Wertschöpfung“. Die Politik sei gefordert, die Richtung vorzugeben.

Die Koalition aus CDU/CSU und SPD hatte im Koalitionsvertrag angekündigt, das bestehende Heizungsgesetz aufzuheben und durch ein neues Komplex zu ersetzen. Kernstück ist die Vorgabe, dass künftig 65 Prozent der Heizenergie aus erneuerbaren Quellen stammen sollen. Ob diese Regelung im neuen Gesetz Bestand hat, ist aktuell noch unklar und Gegenstand politischer Beratungen.