Bayerns Premier will Wirtschaft ankurbeln

Söder fordert mehr Arbeit von Deutschen – „Nicht zu viel verlangt“

Söder fordert mehr Arbeit von Deutschen – „Nicht zu viel verlangt“
Foto: Markus Söder am 30.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich für eine generelle Erhöhung der Arbeitszeit in Deutschland ausgesprochen. Laut Söder könnte bereits eine zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche erhebliches Wirtschaftswachstum generieren. Er bekräftigte zudem seine Unterstützung für die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und schlug die Einführung eines Karenztages vor, was bei Arbeitnehmern auf Widerstand stößt.

Söder will Wirtschaft durch Mehrarbeit stärken

Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident und Chef der CSU, hat eine klare Forderung an die Arbeitnehmer in Deutschland: Sie sollen insgesamt mehr arbeiten. In einem Interview mit der ARD am Sonntag betonte Söder, dass eine einzige zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche das Potenzial habe, das Wirtschaftswachstum spürbar zu steigern.

„Eine Stunde mehr Arbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt“, sagte der CSU-Chef. Damit schließe er sich der Linie von CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz an, der eine Streichung der telefonischen Krankschreibung fordert.

Karenztag und Kritik von SPD

Söder befürwortet auch die Einführung eines sogenannten Karenztages. Dieser Tag würde für Arbeitnehmer bedeuten, dass sie für den ersten Tag einer Krankheit keinen Lohn erhalten. Söder begründete diesen Vorschlag mit Beobachtungen wie: „An Brückentagen ist Deutschland immer etwas kranker als wann anders.“

Diese Ansichten stießen umgehend auf klare Gegenstimmen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) widersprach energisch: „Ich teile überhaupt nicht, dass die Deutschen zu wenig arbeiten“, sagte sie. Die von der Union angestoßene Debatte, so Schwesig, ignoriere die Lebenswirklichkeit vieler Menschen.

Weniger Lohnnebenkosten?

Schwesig lehnte zudem die Idee ab, Sozialleistungen wie das Arbeitslosengeld zu kürzen, um damit die Lohnnebenkosten zu senken. „Das Problem der hohen Arbeitslosigkeit ist nicht, dass die Menschen zu wenig arbeiten, sondern dass gerade ganz viele Stellen abgebaut werden, und da muss der Kanzler ran“, formulierte die SPD-Politikerin ihre Kritik direkt.

Für Schwesig sind die hohen Energiekosten das weitaus drängendere Problem für die Wirtschaft. „Wir produzieren längst den grünen Strom zu nur ein paar Cent, aber durch staatliche Belastungen wird er zu teuer weitergegeben“, kritisierte sie. Söder hingegen plädiert für Steuererleichterungen, sowohl für Unternehmen als auch für Einkommen und eine Senkung der Stromsteuer für Betriebe und Haushalte, um die Wirtschaft anzukurbeln.