Baukosten und Unsicherheit bremsen

Sanierungswahnsinn? Energieeffizienz im Keller

Foto: Gerüstbau für Wärmedämmung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der energetisch sanierten Gebäude in Deutschland ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Im Jahr 2025 erreichten die Quoten für Wohn- und Nichtwohngebäude neue Rekordtiefen. Experten warnen vor einem Sanierungsstau und fordern politische Maßnahmen, um die Klimaziele im Gebäudesektor doch noch zu erreichen.

Deutlich weniger Häuser energetisch fit

Nur noch 0,67 Prozent der deutschen Wohngebäude erhielten im vergangenen Jahr eine energetische Sanierung. Ein neuer Tiefstwert, der unter den Vorjahreswerten liegt. Experten des Bundesverbandes energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) halten jedoch mindestens zwei Prozent für nötig, um die Klimavorgaben zu erfüllen. Die aktuellen Zahlen spiegeln eine besorgniserregende Entwicklung wider.

Auch Nichtwohngebäude im Tief

Der Abwärtstrend macht auch vor öffentlichen Gebäuden nicht Halt. Schulen, Krankenhäuser und Verwaltungsgebäude sind ebenfalls betroffen. Die Sanierungsquote sank hier auf 0,92 Prozent. Ein Sanierungsstau, der dringendes Handeln erfordert, so BuVEG-Geschäftsführer Jan Peter Hinrichs. Er spricht von einem fehlenden ‚Sanierungs-Booster‘.

Einzelfenster zu viel verlangt?

Selbst einfache Maßnahmen wie der Austausch von Fenstern bleiben auf der Strecke. Dies sei ein deutliches Zeichen, wie sehr die Sanierungstätigkeit ins Stocken geraten ist, erklärt Frank Lange vom Verband Fenster + Fassade. Neue Fenster seien oft der erste Schritt einer umfassenden Modernisierung. Fehlt dieser, stockt die gesamte Gebäudemodernisierung. Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen, sowohl bei der Förderung als auch im Gesetzgebungsprozess, seien nun entscheidend.