Experten sehen Risiken durch Nahost-Konflikt

Ökonomen warnen: Erneuter Ölpreisschock droht

Ökonomen warnen: Erneuter Ölpreisschock droht
Foto: Öltanker im Hafen (Archiv), Symbolbild für die Bedeutung von Seewegen für die Energieversorgung.

Eine Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten könnte gravierende wirtschaftliche Folgen für Europa haben. Experten befürchten insbesondere eine Gefährdung wichtiger Seewege, was die Energieversorgung ins Stocken bringen könnte. Die direkte Betroffenheit der Krisenregion werde erst durch eine Verlängerung und Intensivierung der Kämpfe zu einer echten Gefahr für die Weltwirtschaft.

Längerer Konflikt würde teuer

Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines eskalierenden Krieges zwischen dem Iran, Israel und den USA sind für Europa nach Einschätzung von Fachleuten weitgehend überschaubar – sofern der Konflikt eingedämmt bleibt. Doch sollten die Kämpfe über Monate andauern und sich ausweiten, seien deutliche ökonomische Folgen und sogar Rezessionsrisiken nicht auszuschließen.

Größere Beeinträchtigungen entstehen laut Experten vor allem dann, wenn strategisch wichtige Handelsrouten blockiert werden. Dies trifft insbesondere die Straße von Hormus vor der Küste des Irans. Über diese Meerenge werden erhebliche Mengen an Öl und Flüssiggas transportiert, eine langfristige Sperrung hätte gravierende Auswirkungen auf die weltweiten Energiemärkte.

Milizen als Brandbeschleuniger?

Die entscheidende Frage für die globale Wirtschaft sei, ob sich der Konflikt ausdehnt und weitere Akteure wie die mit dem Iran verbündeten Milizen Hisbollah und Huthi in die Auseinandersetzung hineingezogen werden, so Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Ein solches Szenario würde nicht nur Ölförderkapazitäten bedrohen, sondern auch zentrale Logistikrouten im Nahen Osten. Ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs, primär Richtung Asien, fließt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus.