Verfolgungsjagd endet bei Hochzeitsfeier

Neckar-Odenwald-Kreis: Zwei Polizeiautos gestohlen! 39-Jähriger flüchtet mit Bajonett – Schüsse bei Festnahme

Ein Polizeifahrzeug der deutschen Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht, aufgenommen von vorne bei Abenddämmerung. Im Fahrzeug sind zwei Polizisten erkennbar, während ein leuchtendes Display mit der Schrift "POLIZEI" hinter der Windschutzscheibe sichtbar ist.
Foto: Foto: Polizei BW

Dieser Einsatz wird den Beamten nicht so schnell aus dem Kopf gehen: Ein 39-jähriger Mann hat am Samstag bei einem Einbruch in Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) eine beispiellose Flucht über zwei Bundesländer hinweg hingelegt – mit gestohlenen Streifenwagen, Messerangriff, mehreren Unfällen und Schussabgaben durch die Polizei. Am Ende: Festnahme – und Untersuchungshaft!

Einbruch im Autohaus – und dann eskaliert alles

Gegen 14:40 Uhr wird ein Einbruch in ein Autohaus in der Alten Amorbacher Straße in Walldürn gemeldet. Als eine Streife wenige Minuten später eintrifft, flüchtet der Täter aus einem Fenster, versteckt sich in einer Hecke – und bedroht einen Polizisten mit einem bisher nicht identifizierten Gegenstand. Pfefferspray zeigt keine Wirkung – der Mann springt in ein Auto mit gestohlenen Kennzeichen und rast davon.

Mit Bajonett auf Polizisten los – und flieht im Streifenwagen!

In Hornbach kracht der Flüchtende mit seinem Wagen, doch bei der versuchten Festnahme geht er mit einem bajonettartigen Messer auf die Beamten los. Ein Polizist weicht zurück – das nutzt der Täter eiskalt aus, springt in den noch laufenden Streifenwagen und fährt weiter – in Richtung Bayern.

Aber auch dort endet die Flucht nicht. Zwischen Schneeberg-Hambrunn und Schneeberg verunglückt der Mann erneut – täuscht schwere Verletzungen vor und bringt so auch einen bayerischen Streifenwagen in seine Gewalt. Ziel: Rückfahrt nach Baden-Württemberg!

Hochzeitsgäste in Gefahr – Polizei feuert Schüsse

Bei Walldürn-Hornbach verunglückt der Mann erneut – diesmal endgültig. Dort fand zeitgleich eine Hochzeitsfeier statt – mehrere Gäste sollen durch die riskante Fahrweise des Flüchtenden gefährdet worden sein. Die Polizei bittet Zeugen und Betroffene, sich dringend unter Tel. 06261 / 8090 zu melden.

Während der Wahnsinns-Flucht kam es zu mehrfachen Schussabgaben durch die Polizei. Die Staatsanwaltschaft Mosbach prüft nun die Rechtmäßigkeit des Waffengebrauchs, das Kriminalkommissariat Tauberbischofsheim hat die Ermittlungen übernommen.

Zwei Streifenwagen zerstört – hoher Schaden, viele Fragen

Beide entwendeten Streifenwagen wurden bei der Flucht beschädigt, der Sachschaden wird auf 60.000 bis 80.000 Euro geschätzt. Der Täter, ein 39-jähriger Tunesier, kam mit leichten Verletzungen davon und sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Fazit:
Ein Flucht-Marathon wie im Actionfilm: Zwei geklaute Streifenwagen, ein Messerangriff, mehrere Unfälle, Schüsse und eine Hochzeitsgesellschaft in Gefahr – jetzt wird ermittelt.