Reichinnek erklärt Taktik im Spiegel

Linken-Chefin verteidigt Zuspitzung: „Wir beleidigen niemanden“

Linken-Chefin verteidigt Zuspitzung: „Wir beleidigen niemanden“
Foto: Heidi Reichinnek (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Für die Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek sind Verkürzungen und Zuspitzungen notwendige Werkzeuge, um politische Botschaften im Dialog mit der Öffentlichkeit, insbesondere in sozialen Medien, zu vermitteln. Sie grenzt dies klar von rechtem Populismus ab und betont die faktische Basis linker Politik. Selbst im Bundestag sieht sie Notwendigkeit für scharfe Reaktionen.

Populismus-Debatte: Fakten statt Beleidigungen

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hat sich für den Einsatz von Verkürzungen und Zuspitzungen in der politischen Auseinandersetzung, auch in den sozialen Medien, ausgesprochen. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ betonte sie allerdings, dass die Inhalte entscheidend seien, um linken von rechtem Populismus zu unterscheiden. „Wir arbeiten mit Fakten, wir können alles, was wir sagen, auch belegen“, erklärte Reichinnek. Zwar sei die Kritik der Linken oft scharf, jedoch, so Reichinnek weiter, „beleidigen wir niemanden und schauen nicht auf die Leute herab.“

Warum Politik vereinfacht werden muss

Reichinnek argumentiert, dass die Menschen nicht permanent politische Themen verfolgen. Daher sei es die Aufgabe der Politik, „sie für meine Ideen zu erreichen“. Dies bedeute, Probleme und Lösungsansätze prägnant darzustellen. Gleichzeitig mahnt die Linkenpolitikerin zur Geduld: „Viele Themen kann man nicht mit einem Fingerschnippen erledigen.“ Probleme wie bezahlbares Wohnen entstünden nicht über Nacht und ließen sich selten schnell lösen.

Zwischenrufe und „Nazi“-Rufe im Bundestag

Die Fraktionsvorsitzende verteidigte auch deutliche Reaktionen ihrer Abgeordneten im Bundestag. Auf die Frage nach Ordnungsrufen im Parlament antwortete sie: „Wofür gibt es die Ordnungsrufe? Einer unserer Abgeordneten hat das Wort ›Lüge‹ gerufen – weil es halt eine Lüge war, die da am Rednerpult verkündet wurde.“ Abschließend fügte Reichinnek hinzu, dass man manchmal „einen Nazi eben auch im Bundestag einen Nazi nennen muss. Vor allem, wenn er menschenverachtenden Dreck von sich gibt, andere herabwürdigt und entmenschlicht.“