Warum der Dschungel für beide längst Alltag ist

„Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“: Zietlow & Köppen vor dem Dschungelcamp: „Ab Oktober fühlt sich alles schon nach Australien an“

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Der Start von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ rückt näher – doch für Sonja Zietlow und Jan Köppen beginnt der Dschungel nicht erst am Einzugstag der Stars. Monate vorher ist Australien gedanklich bereits präsent. Im großen Interview sprechen die beiden Moderatoren über Vorfreude statt Nervosität, über feste Rituale im Busch, perfekte Camper, überraschende Heldenreisen – und darüber, warum Nähe zum Camp für sie der Schlüssel zu glaubwürdiger Moderation ist. pasted

Vorfreude auf den Dschungel: Gedankenreise beginnt im Herbst

Noch bevor offiziell feststeht, welche Prominenten ins Camp ziehen, beginnt für Jan Köppen und Sonja Zietlow die innere Vorbereitung.
Absolut. Es ist absurd, wie schnell das Jahr rum ist. Ab Oktober fühlt sich alles schon nach Australien an“, beschreibt Jan Köppen dieses Gefühl. Schon früh werde über mögliche Kandidaten spekuliert, Namen kursieren, Gerüchte machen die Runde. Selbst banale Dinge wie Kleidung spielen eine Rolle: „Klamotten Auswahl geht dann im November bei mir los.“

Auch Sonja Zietlow kennt diesen Moment nur zu gut.
Anfang November bei mir auch. Der Dschungel ist jetzt präsent und ich freue mich jedes Jahr“, sagt sie. Für beide ist klar: Der Dschungel ist kein Projekt, das plötzlich startet – er wächst langsam ins Jahr hinein.

Keine Nervosität, kein Lampenfieber – nur Erfahrung

Wenn es um Aufregung vor dem Start geht, reagieren beide bemerkenswert gelassen.
Auf die Frage, wer nervöser sei, antwortet Jan Köppen mit trockenem Humor:
Wir sind beide zwei abgebrühte Medienschweine.“

Sonja Zietlow bestätigt das sofort:
Nervös bin ich nicht. Ich freue mich riesig und liebe es, nach Australien zu fliegen.“
Und dann die direkte Gegenfrage an ihren Moderationspartner: „Bist du nervös?

Köppen verneint – und erklärt, warum:
Bei meiner dritten Staffel hatte ich das Gefühl, richtig angekommen zu sein.
Die erste Staffel sei extrem aufregend gewesen, alles neu, alles unbekannt. In der zweiten habe er sich beweisen wollen, dass es erneut funktioniert. „Auf einmal ist es aber trotzdem anders. Nicht schlechter. Aber anders. Neue Kandidatinnen und Kandidaten.

Spätestens nach Südafrika sei klar gewesen: „Jetzt weiß ich wirklich, wie es ist.

Australien: Keine Heimat – aber ein fester Ort im Leben

Australien selbst ist für beide keine zweite Heimat im klassischen Sinn.
Nicht direkt, aber der Dschungel ist für mich seit 20 Jahren ein fester Ort“, erklärt Sonja Zietlow. Die Abläufe seien immer gleich – und genau das gebe Sicherheit.
Man geht immer in dieselbe Mall, an denselben Strand, jede Nacht ins Camp und mittags wieder raus. Das sind unsere Rituale.

Viel Raum für Entdeckungen bleibt dabei nicht:
Viel Zeit für anderes bleibt nicht, außer man reist früher an.

Jan Köppen beschreibt dieses Gefühl ähnlich:
Man kennt Supermärkte, Wege, die Umgebung. Ich bin wieder im gleichen Haus wie letztes Jahr. Es fühlt sich vertraut an.
Gerade bei extremen Arbeitszeiten sei Orientierung wichtig:
Zu wissen, wo was ist, hilft in dieser Zeit voller Arbeitsstunden.

Der perfekte Camper: Authentisch, offen – und mit Geschichte

Was macht einen guten Dschungelcamper aus? Für Sonja Zietlow gibt es ein klares Beispiel:
Für mich war Lilly Becker die perfekte Kandidatin“, sagt sie.
Sie war offen, ehrlich, kämpferisch, hat gelacht, ist an Grenzen gegangen, ist auch mal zusammengebrochen und hat abgebrochen.

Für Zietlow zählt nicht Perfektion, sondern Echtheit. Der Dschungel sei kein Ort für glatte Fassaden.
Jan Köppen bringt es knapp auf den Punkt:
Extrovertiert, aber nicht unangenehm. Authentisch ist der Schlüssel.

Zietlow wird noch deutlicher:
Menschen, die etwas erlebt haben, sind spannender als solche, die nur aus einem anderen Format kommen.
Und Köppen ergänzt mit einem Augenzwinkern:
Wenn ein 23-Jähriger Lebensweisheiten erzählt, nimmt man das nicht immer unbedingt ernst.

Überraschende Entwicklungen: Wenn der Mensch sichtbar wird

Gerade unerwartete Wendungen im Camp beeindrucken beide Moderatoren immer wieder.
Sonja Zietlow erinnert sich an Ross Antony:
Er wollte am Anfang abbrechen, weinte viel, wurde aber immer stärker und am Ende Dschungelkönig.

Jan Köppen denkt an einen Moment, der besonders hängen blieb:
Am Anfang wirkte vieles gespielt. In der Mitte der Staffel hatte er einen echten Moment, als er im Höhennetz hing. Plötzlich war da der Mensch hinter der Showfigur.

Auch andere Entwicklungen bleiben im Gedächtnis.
Menderes hatte auch eine süße Entwicklung“, sagt Zietlow.
Und über einen weiteren Camper ergänzt sie:
Pierre aus der letzten Staffel war besonders. Ruhig, gelassen, authentisch. Keine klassische Heldenreise, aber ein spannender Charakter.

Austausch hinter den Kulissen: Immer nah dran

Während der Staffel tauschen sich Zietlow und Köppen ständig aus.
Klar. Wir haben in der Garderobe den Livefeed“, erzählt Köppen. „Manchmal frage ich Sonja, ob sie eine Szene gesehen hat. Das passiert ständig.

Sonja Zietlow bestätigt:
Wir sind oft von denselben Personen genervt oder mögen dieselben.
Auch strategische Überlegungen spielen eine Rolle:
Und wir überlegen auch, ob jemand etwas extra sagt.

Bei den Zuschauer-Votings fiebern beide mit – ganz privat.
Ich habe sogar schon angerufen“, gibt Zietlow zu.
Köppen ergänzt: „Ich auch.

Sympathie, Mitleid und Heldenreisen

Mitleid empfinden die beiden Moderatoren eher selten.
Mitleid mit Maurice hatte ich nie“, sagt Köppen offen.
Sonja Zietlow erklärt ihre Sicht:
Mitleid habe ich selten. Sie wissen, warum sie dort sind.

Doch Sympathien entstehen trotzdem.
Ich mag Heldenreisen. Ich habe meine Favoriten und wünsche ihnen, weiterzukommen.
Dass Gefühle sich ändern können, gehört dazu. Köppen bringt es auf den Punkt:
Manchmal nervt dich diese Person dann wiederum später und dann ist es auch okay, wenn er oder sie rausgeht.

Nähe zum Camp als journalistische Verantwortung

Die Nähe zum Geschehen beeinflusst auch die Moderation.
Ich liebe diese Wochen. Ich will wissen, was im Camp abgeht, wie die Menschen ticken“, sagt Sonja Zietlow.

Jan Köppen erklärt den professionellen Anspruch dahinter:
Nähe hilft uns, Camper fair zu behandeln. Wir sehen sie, egal ob wir sie mögen oder nicht.
Texte würden angepasst, wenn sich Eindrücke verändern:
Wir passen Texte an, wenn wir das Gefühl haben, dass wir jemanden anders wahrnehmen als Autorinnen oder Redaktion.

Zietlow fasst es zusammen:
Diese 18 Tage sind intensiv. Danach wirst du ausgespuckt und merkst erst, wie besonders diese Zeit ist.

Lieblingsprüfungen und persönliche Highlights

Auch über Prüfungen sprechen beide mit Begeisterung.
Der große Preis von Murwillumbah“, nennt Sonja Zietlow ihre Lieblingsprüfung. „Das Original mit Menderes, Legat, Kasalla und Jürgen Milski war legendär.

Jan Köppen erinnert sich an seine erste Staffel:
Das mit Claudia Effenberg, Gigi und Cosimo war sehr speziell.
Und dann an einen Dauerklassiker:
‚Creek der Sterne‘. Die Wasserschlacht. Das macht allen Spaß. Das ist eine richtige Party.

Zietlow schmunzelt:
Ich würde wohl nur bei dieser Prüfung selbst mitmachen.

Zusammenarbeit wie ein altes Ehepaar

Über die Jahre ist aus einem Moderationsduo ein eingespieltes Team geworden.
Wir hatten vorher nie zusammengearbeitet und Südafrika 2024 hat uns nochmal zusammengeschweißt“, sagt Köppen.

Zietlow bringt es humorvoll auf den Punkt:
Wir haben uns wie ein altes Ehepaar gefühlt, von Anfang an.

Die gegenseitige Wertschätzung ist spürbar – inklusive kleiner Seitenhiebe.
Sonja ist unfassbar professionell und offen. Wir ergänzen uns gut. Nur meine Zähne mögen die Autoren nicht immer“, sagt Köppen.
Zietlow kontert lachend: „Ein Autor mag sie. Einer.

Fazit: Der Dschungel bleibt Ausnahmezustand

Für Sonja Zietlow und Jan Köppen ist der Dschungel längst mehr als eine Fernsehsendung. Er ist Ritual, Ausnahmezustand und Charaktertest – für Camper wie für Moderatoren. Trotz Routine bleibt jede Staffel unberechenbar. Genau das macht den Reiz aus.