Mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit gefordert

Hilfsorganisationen schlagen Alarm: „USA-Kahlschlag“ bedroht globale Gesundheit

Hilfsorganisationen schlagen Alarm: „USA-Kahlschlag“ bedroht globale Gesundheit
Foto: US-Dollar (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Ein Jahr nach drastischen Kürzungen bei der US-Entwicklungshilfe schlagen deutsche Hilfsorganisationen Alarm. Sie fordern von der Bundesregierung ein klares Zeichen und mehr finanzielle Mittel für die globale Gesundheitsversorgung. Die bisherige Chance, weltweite Versorgungslücken zu schließen, sei vertan worden, so die harte Kritik.

Bundesregierung in der Pflicht

Die evangelische Hilfsorganisation Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe mahnen Taten an. „Das Ende von USAID hätte eine Chance sein können für die Weltgemeinschaft, die Reihen zu schließen“, sagte Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, der „Rheinischen Post“. Diese Chance sei bisher vertan. „Die Bundesregierung muss die Mittel für globale Gesundheit deutlich aufstocken.“ Nur so könnten katastrophale Versorgungslücken geschlossen werden.

Erfolge auf dem Spiel

Auch Caritas international sieht die Fortschritte der vergangenen Jahre massiv gefährdet. Oliver Müller, Leiter von Caritas international, warnt vor den langfristigen Folgen der Sparorgie vieler Staaten, darunter auch Deutschland. Milliarden fehlen aktuell für Forschung, Impfprogramme und die Grundversorgung vieler Menschen. Die Ärmsten leiden darunter am meisten.

Alarmierende Rückschritte

Die besorgniserregende Entwicklung zeigt sich bereits deutlich: Erkrankungen wie Malaria, Masern, Polio und HIV breiten sich wieder vermehrt aus. Aufklärungskampagnen fallen weg, und die Versorgung wird immer löchriger. Dies sei ein direkter Folge des Wegfalls von Hilfen und globalen Kürzungen.

Europa muss mehr tun

Auch die frühere Entwicklungsministerin und heutige Präsidentin der Hilfsorganisation Help, Svenja Schulze, appelliert an die Europäer. Dass Europa selbst kürze, sei das genaue Gegenteil des Notwendigen. Besonders dramatisch sei, dass die Kürzungen im Haushalt 2026 nicht einmal teilweise zurückgenommen wurden. Humanitäre Hilfe sei ein vergleichsweise kleiner Betrag, aber die Wirkung weltweit enorm. Mehr deutsches Engagement könnte unzähligen Menschen helfen.