1,1 Promille als neuer Grenzwert?

Grüne wollen schärfere Alkoholgrenze für Radler

Grüne wollen schärfere Alkoholgrenze für Radler
Foto: Fahrradweg (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Grünen im Bundestag zeigen sich offen für eine drastische Verschärfung der Promillegrenze für Radfahrer. Statt der bisher geltenden 1,6 Promille, die absolute Fahruntüchtigkeit markieren, soll künftig bei 1,1 Promille Schluss sein. Ziel sei ein insgesamt sichereres Radfahren, doch auch die Union sieht Handlungsbedarf, insbesondere bei Cannabis.

Grüne fordern neue Promillegrenze

Die Grünen sind bereit, die Regeln für Radfahrer im Straßenverkehr zu verschärfen. Konkret schlagen sie eine neue Alkoholgrenze von 1,1 Promille vor. Bislang gilt in Deutschland bei 1,6 Promille als absolute Fahruntüchtigkeit für Radler.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Swantje Michaelsen, sagte der „Rheinischen Post“, dass sie die Idee eines zusätzlichen Alkoholgrenzwertes von 1,1 Promille „grundsätzlich unterstützen“. Denn die Sicherheit auf dem Fahrrad müsse generell erhöht werden.

Union pocht auf strengere Regeln

Auch in Reihen der Union wird eine Überprüfung und mögliche Verschärfung der Promillegrenzen für Radfahrer gefordert. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Stephan Stracke, hält den Alkoholkonsum von Radlern für „angedrunken aufs Fahrrad zu steigen und damit sich und andere zu gefährden“.

Stracke regt zudem an, den Cannabis-Konsum von Radfahrern stärker in den Blick zu nehmen. Dies sei „genauso bedenklich für die Sicherheit auf dem Fahrrad wie der Alkoholkonsum“. Er verweist auf steigende Zahlen von Fahrradunfällen unter Alkoholeinfluss, die laut Statistischem Bundesamt „kontinuierlich ansteigen“, und sieht darin einen klaren „Handlungsbedarf“.

Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrates stützt die Forderung nach schärferen Regeln: Eine Mehrheit der Befragten spricht sich für eine niedrigere Promillegrenze für Radfahrer aus.