Mehr Frauen in die Wehrpflicht-Diskussion

Frauen-Union will Wehrdienst-Fragebogen für alle

Foto: Bundeswehr-Soldaten (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Frauen-Union der CDU fordert eine Aufweitung des Wehrdienst-Konzepts. Konkret soll der neu eingeführte Fragebogen zur Eignung für den Dienst in den Streitkräften zukünftig auch für Frauen verpflichtend sein. Perspektivisch plädieren die Unions-Frauen für ein Gesellschaftsjahr und eine Grundgesetzänderung, um dies zu ermöglichen. Ziel ist eine stärkere Einbindung von Frauen in den Dienst am Staat.

Frauen-Union fordert mehr Einbindung

Die Frauen-Union geht auf die Bundesparteitag zu, mit einem klaren Ziel: Sie wollen die Debatte um den neu eingeführten Wehrdienst neu beleben und dabei Frauen stärker in den Fokus rücken. Der Kern der Forderung: Der Fragebogen der Bundeswehr, der aktuell nur für Männer verpflichtend ist, soll auch für Frauen gelten.

Derzeit wird in Deutschland ab dem Jahrgang 2008 ein neuer, freiwilliger Wehrdienst eingeführt. Alle Männer ab diesem Geburtsjahr werden angeschrieben und aufgefordert, einen Fragebogen zu ihrer Eignung für die Streitkräfte auszufüllen. Frauen erhalten zwar ebenfalls einen Brief, ihre Antwort ist jedoch freiwillig.

Gleichstellung durch Pflichtdienst?

Damit soll Schluss sein, fordern die Unions-Frauen. Sie sehen darin eine Frage der Gleichstellung und möchten, dass Frauen ebenso zur Beantwortung aufgerufen werden wie Männer. Die Idee dahinter: Das gerade beschlossene Modell der Freiwilligkeit müsse „umgehend weiterentwickelt“ werden, heißt es im Antrag für den CDU-Bundesparteitag, über den die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten. Frauen sollen nicht nur den Fragebogen ausfüllen, sondern perspektivisch auch in einem Pflichtdienst im militärischen oder sozialen Bereich eingesetzt werden können.

Ein weiterer Punkt auf der Agenda der Frauen-Union ist ein landesweites, verpflichtendes Gesellschaftsjahr. Dafür müsste das Grundgesetz geändert werden, denn aktuell erlaubt es nur die Wehrpflicht bzw. den Zivildienst für Männer. Die CDU-Frauen schlagen vor, den Fragebogen inhaltlich zu erweitern. Wer keinen Wehrdienst leisten möchte, soll die Möglichkeit erhalten, Interesse an einer Tätigkeit im sozialen Bereich oder im Zivil- und Katastrophenschutz zu bekunden. Diese Informationen könnten dann zielgerichtet an Wohlfahrtsverbände oder Organisationen wie das THW oder das Rote Kreuz weitergeleitet werden, um dort engagierte Freiwillige zu vermitteln.