Trotz Inflation, Energiekosten und einem immer deutlicher werdenden Last-Minute-Trend blicken die meisten Gastgeber positiv in die Hochsaison. 42 Prozent der Befragten erwarten sogar mehr Buchungen als im Vorjahr. Weitere 50 Prozent gehen davon aus, zumindest eine ähnlich gute Auslastung zu erreichen wie 2024.
Preise steigen – doch die Nachfrage bleibt
Ganz ohne Preisanpassungen kommen viele Gastgeber allerdings nicht aus. Besonders steigende Betriebskosten – etwa für Energie, Reinigung oder Instandhaltung – zwingen zu Preiserhöhungen. Laut Umfrage haben 74 Prozent der Vermieter ihre Preise um bis zu zehn Prozent angepasst. Zusätzlich investieren viele auch in die Ausstattung, den Komfort und die Modernisierung ihrer Ferienhäuser.
Gleichzeitig spüren die Vermieter aber, dass Reisende preissensibler geworden sind. 65 Prozent der Gastgeber berichten, dass ihre Gäste deutlich stärker auf Preis-Leistung achten. Trotzdem bleibt der Druck offenbar moderat: Lediglich 5 Prozent geben an, regelmäßig Beschwerden über zu hohe Preise zu bekommen.
Aktuell kostet eine Übernachtung im Ferienhaus im Durchschnitt 129 Euro im Schwarzwald und 160 Euro am Bodensee. In besonders gefragten Urlaubsorten sind die Preise teilweise noch deutlich höher.
Last-Minute wird zum Dauertrend
Das Buchungsverhalten hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Viele Gäste entscheiden heute viel spontaner, oftmals auch abhängig vom Wetter. Fast 46 Prozent der Vermieter erwarten für 2025, dass Aufenthalte generell kürzer werden. Gleichzeitig berichten 37 Prozent von einer Zunahme an Last-Minute-Buchungen.
Gerade wenn Sonne und Temperaturen mitspielen, schnellen kurzfristig die Anfragen nach oben. Auch das flexible Arbeiten von unterwegs – sogenannte „Workation“-Aufenthalte – spielt für viele eine zunehmend wichtige Rolle.
Urlaub mit Hund und Kurztrips für Senioren
Die Hauptzielgruppen bleiben weiterhin Paare und Familien, doch es gibt klare Trends: Der Urlaub mit Hund wird immer beliebter – mehr als jeder fünfte Vermieter bestätigt eine steigende Nachfrage nach tierfreundlichen Unterkünften. Gleichzeitig wächst das Interesse von Senioren und Best Agern, die gezielt Ruhe, Natur und Komfort suchen.
Viele Gäste entscheiden sich zudem für kürzere Auszeiten übers Wochenende oder einen Kurzurlaub – anstatt wie früher eine oder zwei komplette Urlaubswochen zu buchen.
Qualität zahlt sich aus
Wer in Ausstattung, Service und Sichtbarkeit investiert, wird belohnt. Das zeigt auch ein Blick auf die Buchungszahlen von Unterkünften mit Qualitätssiegeln. Laut Holidu werden Ferienhäuser mit dem firmeneigenen Siegel 55 Prozent häufiger gebucht und erhalten 184 Prozent mehr Bewertungen.
Auch die klassische DTV-Sterne-Klassifizierung bleibt wichtig: 43 Prozent der befragten Gastgeber verfügen über diese Auszeichnung und profitieren von besserer Sichtbarkeit und Vertrauen bei potenziellen Gästen.
„Die Gastgeber im Schwarzwald und am Bodensee starten mit Rückenwind in die Hochsaison 2025. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Nachfrage nach Ferienhäusern hoch – und Reisetrends wie Urlaub mit Hund und Last-Minute-Buchungen gewinnen weiter an Bedeutung“, erklärt Nikolai Jug, der die Holidu-Niederlassung in Freiburg leitet.
Das sind die Top-Ziele 2025
Besonders gefragt ist am Bodensee die historische Inselstadt Lindau. Hier zahlen Urlauber im Schnitt 187 Euro pro Nacht. Knapp dahinter liegen Friedrichshafen (192 Euro), Überlingen (168 Euro) und Meersburg (151 Euro).
Im Schwarzwald gehört Titisee-Neustadt zu den beliebtesten Zielen. Mit durchschnittlich 149 Euro pro Nacht bietet der heilklimatische Kurort eine Mischung aus Natur, See-Erlebnis und aktiver Erholung.
Fazit der Branche: Trotz Preisdruck bleibt der Ferienhausurlaub gefragt
Trotz gestiegener Betriebskosten, kürzerer Buchungen und einem spürbaren Last-Minute-Trend bleibt der Ferienhausurlaub am Bodensee und im Schwarzwald stabil und gefragt. Die Gastgeber blicken optimistisch auf die kommenden Wochen – auch, weil sich Qualität, Flexibilität und guter Service weiterhin auszahlen.