Investitionen mehr als verdoppelt

Deutschland lockt Investoren: Ausländisches Kapital fließt im großen Stil

Foto: Industrieanlage in Deutschland (Archivbild), Foto: dts Nachrichtenagentur

Deutschland hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs bei ausländischen Direktinvestitionen verzeichnet. Rund 96 Milliarden Euro investierten globale Unternehmen hierzulande – ein Rekordergebnis, das die Abflüsse deutscher Investitionen ins Ausland übertrifft. Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht darin eine Bestätigung des Standorts.

Wende bei Kapitalströmen

Für Deutschland könnte 2025 ein Schlüsseljahr für ausländische Investitionen sein. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) meldet am Sonntag einen Anstieg auf 96 Milliarden Euro. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreswert von 43 Milliarden Euro.

Damit übertrafen die Gelder, die aus dem Ausland in deutsche Unternehmen und Projekte flossen, erstmals seit Jahren die Summe, die deutsche Konzerne anderswo auf der Welt anlegten. Analysten sprechen von einer bemerkenswerten Wende bei den Kapitalströmen.

Investoren setzen auf Berechenbarkeit

Es ist nicht nur der absolute Betrag, der überzeugt. Die Zahlen der Deutschen Bundesbank, auf denen die IW-Schätzung basiert, zeigen: Nach Abzug der deutschen Ausgaben im Ausland blieben rund zehn Milliarden Euro Nettozufluss. Nur im für viele schwierigen ersten Corona-Jahr 2020 hatte es zuletzt eine ähnliche Bilanz gegeben.

Jürgen Matthes, Handelsforscher beim IW, erklärt den Erfolg mit der zunehmenden Bedeutung Deutschlands als verlässlicher Investitionsstandort. In einer Welt voller geopolitischer Unsicherheiten und überraschender politischer Entscheidungen zähle Stabilität. Die Rechtssicherheit und Planbarkeit hierzulande würden immer mehr zum entscheidenden Pluspunkt im globalen Wettbewerb.