Krieg befeuert Ölpreis, aber keine Panik

DAX rutscht ab – Anleger im Bann des Nahen Ostens

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Der deutsche Leitindex DAX hat am Montagmorgen mit deutlichen Kursverlusten eröffnet. Anleger reagieren nervös auf die verschärfte Lage im Nahen Osten. Der Ölpreis schießt in die Höhe, doch eine breite Panik am Markt scheint vermieden. Die europäische Gemeinschaftswährung gibt nach.

Börse unter Druck

Der DAX startete am Montagmorgen mit kräftigen Kursverlusten in die neue Handelswoche. Gegen 9:30 Uhr notierte der Leitindex rund 2,3 Prozent tiefer als am Freitagsschluss. An der Spitze der Kursliste konnten sich lediglich die Papiere von Rheinmetall und RWE gegen den Abwärtstrend behaupten. Deutliche Verluste verzeichneten dagegen Aktien der Deutschen Bank, Zalando und Siemens.

Krieg sorgt für Unsicherheit

Auslöser für die Verluste sind vor allem die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten. „Der Dax startet trotz einer beispiellosen geopolitischen Eskalation in einer der wichtigsten ölproduzierenden Regionen der Erde ohne Panik in die neue Woche“, kommentierte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Die Eskalation im Iran biete zwar eigentlich eine Steilvorlage für eine scharfe Korrektur, der Abverkauf verlaufe jedoch „diszipliniert“. Laut Stanzl scheinen die Märkte derzeit von einem „zeitlich begrenzten Konflikt“ auszugehen.

Ölpreis steigt, aber keine Knappheit

Derweil hat sich die Befürchtung einer Ölpreis-Explosion aufgrund des Krieges im Nahen Osten bislang nicht bewahrheitet. „Eine in diesem Fall oft befürchtete Explosion des Ölpreises bleibt bislang jedoch aus“, so Stanzl. Der Ölpreis stieg zwar am Morgen deutlich auf 80 US-Dollar pro Fass der Nordseesorte Brent, kam aber vom Tageshoch zurück. Volle Öllager und die Möglichkeit einer Fördermengenerhöhung durch die OPEC+ dämpften die Angst vor einer Ölverknappung.

Euro gibt nach

Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Montagmorgen schwächer. Ein Euro kostete 1,1704 US-Dollar.