Mehr Optimismus, aber düstere Gegenwart
Die Kurve zeigt nach oben, aber nur leicht: Im Januar verbesserte sich das Geschäftsklima in der deutschen Chemieindustrie auf -23,5 Punkte. Das meldet das Münchner Ifo-Institut. Nach dem Stimmungstief vom Dezember mit -24,6 Zählern ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Kapazitäten werden kaum ausgelastet
Diese positive Entwicklung wird jedoch durch die trübe aktuelle Lage gebremst. Die Einschätzung der gegenwärtigen Situation fiel auf deutliche -34,9 Punkte, ein Rückgang von fast sechs Zählern im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Erwartungen für die Zukunft hellten sich hingegen auf: Von -19,3 auf nunmehr -11,4 Punkte kletterte der entsprechende Index.
Nachfrage stabilisiert sich, Auftragsbücher wachsen
Erstmals seit langer Zeit zeichnet sich eine leichte Stabilisierung der Nachfrage ab. Der Auftragsbestand stieg im Januar leicht an und verbesserte sich von negativen -23,7 auf positive +3,4 Punkte. Die durchschnittliche Füllmenge der Auftragsbücher erhöhte sich von 1,4 auf 1,8 Monate. Dennoch bewerten die Firmen den gesamten Auftragsbestand mit -47,1 Punkten weiterhin als sehr niedrig.
Produktion soll sinken, Personal abgebaut werden
Die Kapazitätsauslastung in der Branche liegt mit 72,7 Prozent spürbar unter dem langjährigen Durchschnitt von 80,9 Prozent. Die Unternehmen planen, die Produktion in den kommenden Monaten zurückzufahren und weiteres Personal abzubauen. „Der anhaltende Preisdruck und die Unsicherheiten im Außenhandel durch drohende Zölle belasten die Chemische Industrie“, erklärt Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.
