Union uneins bei Jugendschutz

Cdu im Clinch: Altersgrenze für Energydrinks sorgt für Krach

Cdu im Clinch: Altersgrenze für Energydrinks sorgt für Krach
Foto: Energydrinks im Supermarktregal (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die CDU zerlegt sich gerade selbst: Während sich Teile der Partei für ein Verkaufsverbot von Energydrinks für Minderjährige aussprechen, lehnen andere diese Idee strikt ab. Im Kern geht es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor zu viel Koffein und Zucker – doch die Meinungen, wie das erreicht werden soll, gehen weit auseinander. Das Thema sorgt für heftigen Zündstoff im Vorfeld des Parteitags.

Streit um zuckrige Wachmacher

In den Reihen der Union brodelt es. Konkret geht es um die Frage, ob der Verkauf von stark koffeinhaltigen und zuckerreichen Limonaden an Jugendliche unter 16 Jahren verboten werden soll. Der schleswig-holsteinische Landesverband der CDU hat hierzu einen Antrag für den kommenden Bundesparteitag vorgelegt. Doch die Reaktionen sind gespalten. Die Bundestagsfraktion zeigt sich skeptisch, während die Niedersachsen Zustimmung signalisieren.

Johannes Steiniger, ernährungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hält wenig von einer Altersgrenze. Er verweist auf eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung, die bei untersuchten Jugendlichen keinen negativen Einfluss auf die Herzgesundheit durch hohen Energydrink-Konsum feststellen konnte. „Eine Altersgrenze ist daher aus guten Gründen nicht im Koalitionsvertrag enthalten“, so Steiniger gegenüber der „Welt am Sonntag“.

Ganz anders Sebastian Lechner, Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Niedersachsen. Er will auf dem CDU-Parteitag Ende Februar in Stuttgart für eine Altersbegrenzung kämpfen. „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen muss für uns Vorrang haben. Energydrinks enthalten hohe Mengen an Zucker und Koffein, die nachweislich gesundheitliche Risiken bergen – von Schlafstörungen und Nervosität bis hin zu langfristigen Folgen wie Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen“, argumentiert Lechner. Er sieht darin ein „klares präventives Signal“.

Auf der anderen Seite stehen einige CDU-Landesvorsitzende, darunter die aus Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, die sich gegen eine solche Beschränkung aussprechen. Der Anstoß für die interne Debatte kommt aus Schleswig-Holstein, wo man den Antrag auf der Agenda des Parteitags sehen will.