Rüstungs-Deal für 600 Millionen Euro

Bundestag macht Weg frei für Kampfdrohnen

Bundestag macht Weg frei für Kampfdrohnen
Foto: Eine Drohne. Dieses Bild dient zur Illustration und zeigt nicht die spezifisch beschafften Modelle. (Archivbild)

Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll noch im Februar über die Anschaffung von neuen Kampfdrohnen für die Bundeswehr entscheiden. Zwei Beschlussvorlagen werden erwartet, die Aufträge in Höhe von je 300 Millionen Euro für die Unternehmen Stark Defence und Helsing vorsehen. Rheinmetall geht diese Runde leer aus. Die Beschaffung soll schnell gehen, da die Drohnen bereits entwickelt sind.

Zwei Start-ups sichern sich Millionenaufträge

Zwei deutsche Rüstungsunternehmen stehen offenbar kurz davor, lukrative Aufträge für Kampfdrohnen zu erhalten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll noch im Februar eine Entscheidung treffen. Laut Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland gehen das Berliner Startup Stark Defence und das Münchner Unternehmen Helsing jeweils mit einem Volumen von 300 Millionen Euro aus der Ausschreibung hervor.

Das etablierte deutsche Rüstungsunternehmen Rheinmetall scheint bei dieser Beschaffungsrunde zunächst leer auszugehen. Andreas Schwarz, zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für Rüstungsbeschaffungen, begründete die Entscheidung: „Nachdem ein Anbieter bisher nicht in der erforderlichen Qualität liefern kann, müssen die beiden schnellsten Anbieter nicht länger auf den langsamsten warten. Es wird nur das beschafft, was tatsächlich funktioniert.“

Schnelle Lieferung erwartet

Schwarz zeigte sich zuversichtlich, dass die beauftragten Unternehmen die Drohnen zeitnah liefern können. „Die Drohnen sind ja bereits entwickelt. Sie müssen nur noch produziert werden. Ich rechne mit ersten Lieferungen noch in diesem Jahr.“ Die Beschaffung war zuletzt durch Verzögerungen bei einem potenziellen Anbieter blockiert worden.

Kritik an US-Investor

Während die Beschaffung von unabhängiger Seite positiv bewertet werden könnte, gibt es auch kritische Stimmen. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sebastian Schäfer warnte vor einer möglichen Einflussnahme durch den US-Milliardär Peter Thiel, der Anteile an Stark Defence hält. „Die letzten Wochen haben eindrücklich gezeigt, dass wir Abhängigkeiten, auch von den USA, dringend reduzieren müssen und nicht weiter ausbauen sollten“, sagte Schäfer. Er plädiert dafür, verstärkt auf europäische Finanzierung zu setzen.

Verteidigungs- und Finanzministerium wollten sich auf Anfrage nicht zu den Details der geplanten Beschaffung äußern.