Januar bringt bitteren Anstieg

Arbeitslosigkeit in Hamburg auf Höchststand Seit 2006

Foto: Bundesagentur für Arbeit (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Hamburg verzeichnet im Januar den höchsten Stand an Arbeitslosen seit fast 20 Jahren. Fast 97.300 Menschen sind betroffen. Doch gleichzeitig boomt die Beschäftigung. Experten sehen mehrere Gründe für die gegensätzliche Entwicklung, darunter das schwierige Wirtschaftsumfeld und die Attraktivität der Stadt für Zuzügler.

Hohe Januar-Zahl in Hamburg

Die Arbeitslosenzahl in Hamburg hat im Januar auf 97.264 Menschen zugelegt. Laut der Agentur für Arbeit ist dies der höchste Wert, der jemals zu Jahresbeginn seit 2006 gemessen wurde. Damals waren noch rund 101.800 Menschen ohne Arbeit.

Gegenüber dem Vormonat Dezember bedeutet das ein Plus von 4.683 Arbeitslosen, was einem Anstieg von 5,1 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 sind es 4.132 mehr geworden, ein Zuwachs von 4,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote kletterte damit auf 8,6 Prozent.

Trotzdem Rekordbeschäftigung

Interessant dabei: Hamburg verzeichnet trotz der steigenden Arbeitslosenzahlen eine Rekordbeschäftigung. Im November 2025 arbeiteten 1.097.400 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Jobs – so viele wie noch nie.

Bundesweit gegenläufige Entwicklung

Auf Bundesebene fällt die Entwicklung hingegen negativ aus. Die Agentur für Arbeit nennt für den Anstieg in Hamburg verschiedene Gründe. Dazu zählen das schwierige wirtschaftliche Umfeld, das Bevölkerungswachstum und die Attraktivität des Hamburger Arbeitsmarktes für Bewerber aus der Metropolregion und dem Ausland.

Junge und Akademiker besonders betroffen

Besonders stark betroffen von dem Anstieg sind junge Menschen unter 25 Jahren. Hier liegt das Plus bei 17,3 Prozent. Auch bei Akademikern (plus 9,9 Prozent) und Langzeitarbeitslosen (plus 9,4 Prozent) sind die Zahlen gestiegen.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: Fast 5.000 zuvor arbeitslose Hamburger konnten im Januar ihre Situation durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verbessern. Das ist ein Zuwachs von 14 Prozent zum Vorjahr. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ist allerdings gesunken und liegt bei 14.077, ein Rückgang von 14,3 Prozent im Jahresvergleich.