Erpressungsversuch – Forderung nach Gesetzesänderung

Arbeitgeber attackieren Nahverkehrsstreiks scharf

Arbeitgeber attackieren Nahverkehrsstreiks scharf
Foto: Pendler warten am 24.02.2026 auf die Weiterfahrt eines gestreikten Nahverkehrsmittels, via dts Nachrichtenagentur

Die anhaltenden Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Nahverkehr sorgen für erheblichen Unmut bei den Arbeitgeberverbänden. Diese fordern nun ein klares Vorgehen der Bundesregierung und eine Reform des Streikrechts, da aktuelle Regelungen als unfair empfunden werden. Zudem werden die Forderungen der Gewerkschaften als überzogen kritisiert.

Keine Gnade für Dauerstreiks

Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, hat die fortwährenden Streiks im öffentlichen Nahverkehr als „faulen Erpressungsversuch“ bezeichnet. Insbesondere die Pendler, die täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind, würden darunter leiden, so Kampeter gegenüber der „Bild am Sonntag“.

„Ernsthafte Verhandlungen statt Eskalation“ fordert der BDA-Vertreter. Aus seiner Sicht sind längere Arbeitsniederlegungen, wie etwa 48-stündige Streiks, kein Warnstreik mehr. Die Duldung solcher Aktionen durch die Gerichte sei ein klares Indiz dafür, dass „neue Fairness-Regeln im Streik“ benötigt werden und der Gesetzgeber handeln müsse.

Darüber hinaus sieht Kampeter die aktuellen Forderungen der Gewerkschaften als unverhältnismäßig an. „Die Wirtschaft wächst nicht, viele Unternehmen schlingern, Jobs sind gefährdet – und der öffentliche Sektor wird immer gieriger“, kritisierte er. Ein „ordentliches Lohn-Plus“ sei für viele Betriebe schlichtweg nicht mehr finanzierbar.

Die öffentliche Meinung scheint die Haltung der Arbeitgeber teilweise zu teilen. Laut einer Insa-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ lehnen 47 Prozent der Bürger die Nahverkehrsstreiks ab, während 42 Prozent sie befürworten. Des Weiteren sind 55 Prozent der Befragten nicht bereit, mehr für den öffentlichen Nahverkehr zu zahlen, selbst wenn sich dadurch die Arbeitsbedingungen verbessern würden. Nur 30 Prozent zeigen sich hierzu bereit.