Jetzt beginnt die kritische Phase
„Ende Februar und Anfang März beginnt die neue Saison der Asiatischen Hornisse mit dem Bau der Embryonalnester durch die Jungköniginnen. Anschließend schlüpfen ab Mai die ersten Arbeiterinnen in sogenannten Primärnestern. Damit steigt auch das Risiko, dass sich hierdurch Schäden im Obst- und Weinbau oder der Imkerei häufen. Nestentfernungen sind zentraler Baustein bei der Bekämpfung dieser aus Südostasien stammenden invasiven Art. Daher werden wir im Zeitraum vom 1. Mai bis 31. Juli 2026 die Entnahme von Primärnestern mit 60 Euro je Nestentfernung fördern. Insgesamt stehen hierfür 95.000 Euro zur Verfügung für über 1.500 Nestentnahmen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk.
Primärnester frühzeitig entfernen
Sichtungen von Einzeltieren oder Nestern der Asiatischen Hornisse müssen über die offizielle Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg gemeldet werden. Die eigenständige Entfernung von Primärnestern ist wegen der hohen Stichgefahr ausdrücklich nicht empfohlen und darf nur durch Fachkräfte erfolgen.
Bleibt ein Primärnest bestehen, siedelt das Volk später häufig in ein Sekundärnest um. Diese können bis zu einen Meter groß werden und mehrere tausend Tiere beherbergen. Das Risiko für Schäden im Obst- und Weinbau sowie in der Imkerei steigt dadurch deutlich.
Land übernimmt Verantwortung
Da die Naturschutzverwaltung Nestentfernungen nur noch finanziert, wenn eindeutig ein Schaden für die biologische Vielfalt zu erwarten ist, müssten Betroffene die Kosten oft selbst tragen. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz springt hier gezielt ein.
„Durch die Übernahme der Kosten für die Nestentfernungen durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die Fortpflanzung und weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu reduzieren und negative Auswirkungen auf Landwirtschaft, Imkerei und Bevölkerung zu begrenzen. Wir übernehmen hier Verantwortung“, sagte Minister Hauk.
So funktioniert die Förderung
Die Förderung richtet sich an qualifizierte und registrierte Nestentferner oder Schädlingsbekämpfer, die bei der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim gelistet sind. Diese können die Nestentfernung kostenfrei anbieten. Eine Rechnung an die Auftraggeber darf in diesem Fall nicht gestellt werden.
Nach der Entnahme reicht der Nestentferner den Nachweis beim Landesverband Badischer Imker e. V. ein und erhält dort am Ende des Förderzeitraums die Auszahlung. Voraussetzung ist, dass das Nest zuvor über die Meldeplattform gemeldet, geprüft und mit einer Nest-ID versehen wurde.
Maßnahmenpaket zeigt Wirkung
Die Förderung von Sekundärnestentfernungen im vergangenen Jahr wurde stark genutzt. Die bereitgestellten Mittel in Höhe von 100.000 Euro und das Kontingent von 500 Nestentfernungen wurden vollständig ausgeschöpft. Ohne diese Förderung wäre eine Entfernungsquote von über 50 Prozent nicht erreichbar gewesen.
„Die Förderung der Sekundärnestentfernung im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg und wurde rege in Anspruch genommen. Die Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro beziehungsweise das Kontingent von 500 Nestentfernungen wurde voll ausgeschöpft. Ohne diese Förderung wäre die nun erreichte Entfernungsquote von über 50 Prozent nicht erzielt worden. Mit der Förderung der Entfernung der Primärnester soll nun hieran angeknüpft und Schäden für unsere Landwirtschaft und Imkerei reduziert werden. Ich danke dem Landesverband Badischer Imker e. V., welcher sich wieder bereit erklärt hat, die Abwicklung des Förderprojektes zu übernehmen“, so Hauk.
Schulungen laufen weiter
Zum Maßnahmenpaket des Ministeriums gehören auch Schulungen für Nestentferner und Multiplikatoren in Imkervereinen. Die Zahl der geschulten und registrierten Fachkräfte konnte im zweiten Quartal 2025 von 40 auf 205 gesteigert werden. Auch dieses Programm wird 2026 fortgeführt.
„Das Maßnahmenpaket des MLR hat sich als wirksam erwiesen und wird daher im Jahr 2026 fortgeführt. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement im gemeinsamen Kampf gegen die Asiatische Hornisse“, sagte Minister Hauk.



